Straßenbeleuchtung
Masten und Ausleger

Straßenleuchten sind traditionell auf Mastan- bzw. Aufsatzmontage ausgelegt. Zusätzlich können noch Wandausleger, Spannseilabhängung oder Hochmast-Anlagen mit mehreren Leuchten zum Einsatz kommen. Speziell in verwinkelten Innenstadtgassen können Masten zum Problem oder Hindernis werden. Hier kommen zumeist Wandausleger zum Einsatz. Deren Einsatz kann aber aufgrund besitzrechtlicher Ansprüche (Hauseigentümer) zu einem schwierigen, langwierigen Prozess werden. Spannseilabhängung wird häufig speziell in größeren Städten in ganz Europa eingesetzt. Häufig kommt diese Lösung bei mehrspurigen Fahrbahnen zum Einsatz oder großen Kreuzungen. Auch wenn Bäume (Alleen) die Lichtverteilung von mastmontierten Leuchten negativ beeinflussen können, hat die Spannseilabhängung ihre Vorteile. Allerdings muss die sichtbare Beeinflussung der Umgebung (historische Zentren, architektonisch interessante Gebiete) bedacht werden, da die Spannseilabhängung bei Tag und bei Nacht sichtbar ist.

Hochmastanlagen mit mehr als 20 m können bei Beleuchtungslösungen für komplexe Kreuzungssituationen behilflich sein. Hier kommen im Regelfall hochwattagige Straßenleuchten zum Einsatz – der Vorteil ist eine geringe Mastanzahl, übersichtliche Kreuzungsverhältnisse und eine sehr geringe Blendung aufgrund der großen Distanz. Die Wartung kann am Boden vor Ort durchgeführt werden, da der Leuchtenträger elektrisch mittels Stellmotor abgesenkt wird.

Materialien
Masten für die Straßenbeleuchtung gibt es in einer Vielzahl von Materialien, als da wären Stahl, Aluminium, GRP oder Holz. Ökonomische Erwägungen wie Einkauf und Installation, Wartung, Haltbarkeit und Funktionalität sowie am Lebensende Abbau und Recycling stehen im Vordergrund, oftmals sind aber auch Form und Design ausschlaggebend. Betonmasten mit Drahtverstärkung werden nach wie vor in manchen Ländern eingesetzt, die Folgen können jedoch dramatisch sein. Das Nachgeben des verstärkenden Tragwerks des Betonmasten kann zum Abbrechen oder Zerfallen des Masten führen und hatte schon schlimme Unfälle zur Folge. Galvanisierte Stahlmasten können bis zu 10 Jahre ohne Wartung verbleiben, dann empfiehlt sich die Aufbringung eines neuen Anstriches um vor Korrosion zu schützen. Wo Wartung problematisch ist, kann ein neigbarer Mast eingesetzt werden. Aluminiummasten sind leichter, daher auch einfacher zu transportieren und installieren. Im Vergleich mit Stahlmasten sind keine Wartungsarbeiten notwendig.

Fundamente
Masten werden entweder direkt in den Boden gesetzt oder mittels Ankerbolzen in ein Betonfundament geschraubt; auch Flanschplattenmontage ist eine gängige Montageoption – hier wird eine quadratische oder runde Grundplatte an den Masten geschweißt und dann mit dem Fundament verschraubt. Ein spezieller Schutzanstrich des Masten empfiehlt sich für den Teil, der sich im Boden und knapp darüber befindet. Dieser Teil muss gegen Hundeurin und winterliche Salzstreuung resistent gemacht werden – dies geschieht durch einen Bituminenanstrich. Dasselbe gilt für alle Teile der Mastinstallation, die besonderen Ansprüchen ausgesetzt sind, wie etwa die Flanschplatte, die Schrauben und die Muttern. Aus ästhetischen Gründen kann zusätzlich die Flanschplatte mit dekorativen Überzügen versehen werden.

Ausleger
Dank der stark verbesserten photometrischen Eigenschaften moderner Leuchten genügt meistens Aufsatzmontage zur Erreichung der geforderten Beleuchtungsstärken / Leuchtdichten. Dies spart Kosten und reduziert Gewicht und Windlast die auf den Masten wirken. Elektrischer Anschluss im Masten: Der Mast formt im Bereich der Masttür (Wartungsöffnung) eine Ausnehmung, in welcher sich Platz für das Sicherungsgehäuse und möglicherweise auch für Betriebsgerät oder andere Komponenten befindet. Diese werden durch die verschließbare Masttür vor unbefugtem Zugriff und den Elementen geschützt.

Design und Ästhetik
Straßenbeleuchtung erfüllt tagsüber auch eine gestalterische Aufgabe. Speziell im städtischen Raum sollte die Masthöhe die Gebäudehöhe nicht übertreffen. Um einen möglichst geringen, störenden Eindruck zu erwecken, sollten die Masten entsprechend der Anforderungen dünn und farblich passend ausgeführt werden. Das Design sollte sich an der Umgebung orientieren und diese unterstreichen.

Normen
Masten und Ausleger für Straßenbeleuchtung müssen extreme widerstandsfähig gebaut sein, um den herausfordernden Anforderungen in der Straßenbeleuchtung mit Lebenszeiten von über 30 Jahren gerecht werden zu können. Wie ein Mast / Ausleger gebaut sein muss, um diesen Anforderungen gerecht zu werden ist in der EN40 geregelt – hier finden sich Bedingungen für die Strukturstabilität des Materials, für seine Herstellung, wie die Testung durchzuführen ist sowie der Korrosionsschutz ausgeführt zu werden hat. Die EN40 bezieht sich auf gerade Masten für Fluter bis 15 m, Masten mit Auslegern bis 18 m und Mastaufsatzmasten bis 20 m. Passive Sicherheitsanforderungen sind in der EN12767 geregelt. Die Traglast, die ein Mast bieten kann, ist abhängig von verschiedenen Faktoren: die Windzonen und damit verbunden die entstehende Windlast durch den Widerstand des Leuchtengehäuses sowie des Auslegers und die Position des Masten sind ausschlaggebend. Bei kritischen Einsatzgebieten empfiehlt es sich, den Masthersteller zu kontaktieren, um mit ihm die Details zu klären – wo ist die Installation, welche Wetterbedingungen bzw. Windlasten sind zu erwarten, wie sieht die Bodenbeschaffenheit aus – besonders bei schweren Masten wichtig, welche und wie viele Leuchten werden auf dem Masten installiert und schlussendlich, wird der Mast noch für zusätzliche Tragedienste gebraucht, wie Fahnen, Banner, Zusatzbeleuchtung, Antennen oder Blumenbehälter. Generell gilt für alle Stahl- und Aluminiummasten gilt die CE-Kennzeichen-Pflicht.